Rainbow Rowell: Fangirl

“Fangirl” von Rainbow Rowell erschien 2013 bei St. Martin’s Press. Hier in der Ausgabe für den Kindle. Ca. 450 Seiten. Eine deutsche Übersetzung ist bisher noch nicht erschienen.

Manchmal möchte ich einfach etwas Niedliches und Nettes lesen. Kein großes Drama, keine harten Fakten, keine Grundsatzdiskussionen.
Bei Büchern lasse ich mich sehr entscheidend vom Titelbild beeinflussen – und „Fangirl“ hat schon ein Titelbild wie Zuckerwatte. Es verspricht bereits auf drei Meter Entfernung die Stimmung, die sonst nur ein Nachmittag mit der besten Freundin in kuschligen Pyjamahosen mit sich bringt. Es war, als würde mir das Buch heiße Schokolade mit fluffigen Marshmallows anbieten. Und mal ehrlich, selbst wenn ich es gewollt hätte, warum sollte ich mich gegen so viel Süßheit wehren?

Der Inhalt

Cath und ihre Zwillingsschwester Wren arbeiten gemeinsam an Fanfiction zu der beliebten Buchreihe über den Magier Simon Snow – oder zumindest haben sie das getan, bis Wren sich entschieden hat, dass echte Jungs interessanter sind. In ihrem ersten Jahr am College möchte sie sich scheinbar endgültig vom Nerd- und Zwillingsein verabschieden, weshalb sich Cath gegen ihren Willen ganz auf sich allein gestellt wiederfindet. Oder zumindest fast allein, denn immerhin steht ihr jetzt ihre neue Mitbewohnerin Reagan zur Seite.
Das Buch stellt Caths erstes Jahr am College vor, mit allen seinen Chancen und Tücken: neue Bekanntschaften, die neuen aufregenden Gefühle für Levi, Krisen in der Familie und Verwürfnisse mit ihrem Kommilitonen Nick. Es zeigt aber auch, wie viel Bücher und fiktive Welten bedeuten können.

Meine Meinung

Es ist einfach großartig! Ich kann mich an kein anderes Buch erinnern, das mich so quietschglücklich hinterlassen hätte wie „Fangirl“. Wieso?
Zunächst wäre da der Aufbau: In die eigentliche Handlung werden immer wieder Einsprengsel aus den (fiktiven) „Simon Snow“-Romanen und Caths Fanfiction eingefügt, die den Inhalt des Kapitels zusammenfassen und teilweise auch als Prolepse wirken. Die Buchreihe über Simon Snow existiert nicht nur als inhaltlicher Gegenstand, sondern wurde mit ihrem eigenen Plot auch ein Teil der Geschichte über Cath. Mich hat das begeistert. Ein wenig schade ist nur, dass die strikte Trennung von unserer Welt und der Textwelt, in der „Simon Snow“ eigentlich „Harry Potter“ ersetzt, nicht immer streng durchgehalten wurde. Ehrlich gesagt war ich tatsächlich ein bisschen traurig, dass es „Simon Snow“ nicht wirklich gibt.
Ich fand es auch mehr als angenehm, dass einige große Etappen des Plots zwar vorauszuahnen waren, es aber dennoch geschickte Plot Twists gab, die ich dem Buch wirklich abgenommen habe. Es fühlte sich einfach glaubhaft an.

Am Ende ist „Fangirl“ von Rainbow Rowell ein sehr liebesnwürdiger Coming of Age-Roman, in dem die Darstellung von Fandom jeglicher Art allerdings eher zweitrangig ist. Für mich zeichnet sich das Buch ganz besonders dadurch aus, dass die Liebesgeschichte immer gut durch Caths Charakter, ihr akademisches Leben und die Beziehungen zu ihrer Familie ausgewogen wird. „Fangirl“ ist niedlich, aber nicht blöd-niedlich.
Ich war von dem Buch so begeistert, dass ich mir direkt „Eleanor & Park“ von der gleichen Autorin gekauft habe!

Leseempfehlung? Für alle Freunde der Wörter „hach“ und „tandaradei“.

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