Jahreswende

Hier könnte ein Jahresrückblick stehen, mit den Höhen und Tiefen, den philosophischen Einsichten und den materiellen Anschaffungen dieses Jahres. Könnte er, wie er es in den letzten ich-weiß-nicht-wie-vielen Jahren auch tat.
Eines Tages saß ich allerdings stirnrunzelnd auf meinem Sofa und dachte mir, dass Jahreswechsel am Lauf der Dinge genauso wenig ändern wie Geburtstage. Es ist nett, dieser Tage zu gedenken, aber das Leben hat seinen eigenen Rhythmus, der sich nicht immer an Sonnenumrundungen orientiert. Darum fühlte sich Dezember für mich an wie jeder andere Monat auch, eventuell etwas kühler.

Während die aufstrebenswilligen Blogger und Bloggerinnen DIY-Ideen für die Adventszeit fotodokumentierten, auf ihren Lifestyle-Bildchen das Schlagwort „cozy“ gegen „hyggelig“ austauschten und Geschenkideen für den Hund der besten Freundin vorstellten, schloss ich mich still Team Grinch an.
Und während gefühlt der gesamte Rest des Universums damit begann, eine zeigenswerte Silvesterparty zu planen, suchte ich den mentalen Escape-Knopf. Tatsächlich habe ich schon vor einigen Wochen drei Nächte in Sassnitz gebucht, um den Jahreswechsel so unspektakulär wie möglich verbringen zu können. Ohne Großstadt, ohne Computer, ohne Erwartungen.

Ich nehme mir einfach ein paar ruhige Tage, damit ein paar Dinge, die in meinem Kopf herumwirbeln, ihre Plätze finden – und ich hoffe, dass ihr diese Ruhe bereits gefunden habt oder in den nächsten Tagen noch finden werdet. Wir lesen uns 2015.

« »

© 2017 Maikind.info. Theme von Anders Norén.